Der Sommer lockt mit Sonne, Ferien und langen Tagen im Freien. Doch während viele Menschen die warme Jahreszeit geniessen, macht sich bei nicht wenigen auch eine unangenehme Begleiterscheinung bemerkbar: Die Verdauung gerät aus dem Gleichgewicht. Durchfall, Bauchkrämpfe, Blähungen oder Verstopfung treten gerade bei hohen Temperaturen häufiger auf. Das liegt daran, dass Hitze den gesamten Organismus belastet und sich sowohl auf den Flüssigkeitshaushalt als auch auf die Funktion des Verdauungssystems auswirkt. Mit einigen einfachen Massnahmen lassen sich Beschwerden jedoch häufig vermeiden oder zumindest deutlich lindern.
Warum bekommen wir bei hohen Temperaturen häufiger Durchfall?
Viele Menschen fragen sich, weshalb sie während einer Hitzewelle plötzlich häufiger unter Durchfall leiden. Tatsächlich gibt es dafür mehrere Ursachen. Bei hohen Temperaturen arbeitet der Körper auf Hochtouren, um die eigene Temperatur konstant zu halten. Die Blutgefässe erweitern sich, damit überschüssige Wärme über die Haut abgegeben werden kann. Dadurch wird die Durchblutung der inneren Organe teilweise reduziert, was sich auch auf die Verdauung auswirken kann.
Hinzu kommt, dass Lebensmittel im Sommer deutlich schneller verderben. Vor allem Fleisch, Fisch, Milchprodukte oder Speisen, die längere Zeit ungekühlt im Freien stehen, bieten Bakterien ideale Bedingungen zur Vermehrung. Werden solche Lebensmittel verzehrt, kann dies zu Magen-Darm-Infektionen mit Durchfall, Übelkeit und Bauchschmerzen führen.
Auch die Ernährungsgewohnheiten ändern sich in der warmen Jahreszeit häufig. Viele Menschen greifen vermehrt zu Eiscreme, kalten Getränken, Grillgerichten oder exotischen Früchten. Solche Veränderungen können den Verdauungstrakt belasten und bei empfindlichen Personen Beschwerden auslösen. Wer zusätzlich verreist, kommt oftmals mit ungewohnten Keimen in Kontakt, die ebenfalls Durchfallerkrankungen verursachen können.
Darauf sollten Sie bei Obst und Früchten speziell achten
Frisches Obst gehört im Sommer zu einer ausgewogenen Ernährung und liefert wichtige Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe. Dennoch ist gerade in den warmen Monaten ein sorgfältiger Umgang mit Früchten wichtig. Obst sollte vor dem Verzehr stets gründlich unter fliessendem Wasser gewaschen werden, um mögliche Rückstände und Keime zu entfernen.
Besondere Vorsicht ist bei aufgeschnittenen Früchten geboten. Melonen, Ananas oder Obstsalate sollten möglichst kühl gelagert und nicht über längere Zeit in der Sonne stehen gelassen werden. Durch die Wärme können sich Bakterien rasch vermehren, was das Risiko für Magen-Darm-Beschwerden erhöht.
Auch die Menge spielt eine Rolle. Obwohl Obst grundsätzlich gesund ist, können grosse Portionen aufgrund ihres Gehalts an Fruchtzucker und Ballaststoffen bei manchen Menschen Blähungen oder Durchfall verursachen. Wer einen empfindlichen Darm hat, fährt oft besser damit, mehrere kleinere Portionen über den Tag verteilt zu essen. Besonders gut verträglich gelten häufig Bananen, Äpfel und Heidelbeeren, die den Verdauungstrakt eher schonen.
Perfekte Durstlöscher auf einen Blick
An heissen Tagen verliert der Körper durch das Schwitzen grosse Mengen an Flüssigkeit. Wird dieser Verlust nicht ausgeglichen, kann dies nicht nur den Kreislauf belasten, sondern auch die Verdauung beeinträchtigen. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist deshalb besonders wichtig.
Als ideale Durstlöscher gelten Wasser sowie ungesüsste Kräuter- und Früchtetees. Sie versorgen den Körper zuverlässig mit Flüssigkeit, ohne ihn zusätzlich zu belasten. Auch stark verdünnte Fruchtschorlen können eine gute Wahl sein, da sie neben Flüssigkeit auch Mineralstoffe liefern.
Weniger empfehlenswert sind stark gezuckerte Getränke, Energydrinks oder grössere Mengen Alkohol. Sie können den Flüssigkeitshaushalt zusätzlich belasten und den Körper weiter austrocknen. Auch eiskalte Getränke sind nicht immer die beste Lösung. Zwar sorgen sie kurzfristig für Erfrischung, können bei empfindlichen Menschen jedoch Magenbeschwerden oder Krämpfe auslösen. Oft werden lauwarme oder nur leicht gekühlte Getränke besser vertragen.
Achten Sie auf trockene Badekleidung
Ein ausgedehnter Tag am See, im Freibad oder am Meer gehört für viele Menschen zum Sommer dazu. Dennoch sollte darauf geachtet werden, nasse Badekleidung nicht unnötig lange zu tragen. Feuchte Badeanzüge oder Badehosen kühlen den Körper aus und können insbesondere im Bauch- und Beckenbereich zu einer verminderten Durchblutung führen.
Zudem entsteht durch die Feuchtigkeit ein Milieu, in dem sich Bakterien und Pilze leichter vermehren können. Aus diesem Grund empfehlen Fachleute, sich nach dem Schwimmen möglichst rasch abzutrocknen und trockene Kleidung anzuziehen. Zwar ist nasse Badekleidung nicht direkt für Durchfallerkrankungen verantwortlich, sie kann jedoch das allgemeine Wohlbefinden beeinträchtigen und den Körper zusätzlich belasten.
Nützliche Tipps gegen Durchfall?
Wenn Durchfall auftritt, steht zunächst der Ausgleich des Flüssigkeitsverlustes im Vordergrund. Da der Körper innerhalb kurzer Zeit grosse Mengen Wasser und Mineralstoffe verlieren kann, sollte ausreichend getrunken werden. Wasser, Kräutertees oder spezielle Elektrolytlösungen helfen dabei, den Flüssigkeitshaushalt wieder zu stabilisieren.
Ebenso wichtig ist eine schonende Ernährung. Leicht verdauliche Lebensmittel wie Reis, Kartoffeln, Zwieback, Haferschleim oder Bananen haben sich bei akuten Beschwerden bewährt. Sie belasten den Darm wenig und können dazu beitragen, den Stuhl wieder zu festigen. Auf fettige, stark gewürzte oder sehr zuckerhaltige Speisen sollte dagegen vorübergehend verzichtet werden.
Darüber hinaus benötigt der Körper Ruhe, um sich zu erholen. Ausreichender Schlaf und eine vorübergehende Reduktion körperlicher Anstrengungen unterstützen den Heilungsprozess. Halten die Beschwerden jedoch über mehrere Tage an oder treten zusätzlich Fieber, starke Bauchschmerzen oder Blut im Stuhl auf, sollte unbedingt ärztlicher Rat eingeholt werden.
So bringen Sie den Darm schonend in Gang
Nicht nur Durchfall, sondern auch Verstopfung kann im Sommer vermehrt auftreten. Der Grund liegt häufig im erhöhten Flüssigkeitsverlust durch das Schwitzen. Wird zu wenig getrunken, entzieht der Körper dem Darminhalt zusätzliche Flüssigkeit, wodurch der Stuhl fester wird und die Darmentleerung erschwert sein kann.
Um den Darm wieder sanft anzuregen, ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr die wichtigste Voraussetzung. Ergänzend dazu helfen ballaststoffreiche Lebensmittel wie Vollkornprodukte, Gemüse, Obst und Haferflocken dabei, die Darmtätigkeit zu fördern. Dabei sollte jedoch stets genügend getrunken werden, da Ballaststoffe sonst sogar das Gegenteil bewirken können.
Auch regelmässige Bewegung unterstützt die natürliche Aktivität des Darms. Bereits tägliche Spaziergänge, Schwimmen oder leichte Fahrradtouren können dazu beitragen, die Verdauung in Schwung zu bringen. Zusätzlich können probiotische Lebensmittel wie Naturjoghurt oder Kefir die Darmflora unterstützen und das Gleichgewicht im Verdauungssystem fördern.
Zu guter Letzt
Die Sommerhitze wirkt sich auf den gesamten Organismus aus und macht auch vor dem Verdauungssystem nicht halt. Durchfall, Bauchbeschwerden oder Verstopfung sind häufige Begleiter heisser Tage. Wer auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achtet, Lebensmittel sorgfältig lagert, Obst hygienisch behandelt und den Darm mit leichter Kost unterstützt, kann das Risiko für Beschwerden deutlich reduzieren. Sollte die Verdauung dennoch einmal aus dem Takt geraten, helfen Ruhe, genügend Flüssigkeit und eine schonende Ernährung meist dabei, das Gleichgewicht rasch wiederherzustellen. So steht einem unbeschwerten Sommergenuss nichts im Wege.

