Kaum steigen die Temperaturen, werden sie wieder aktiv: Die Rede ist von den kleinen lästigen Parasiten, die sich in Wiesen, Wäldern, Gärten gierig auf ihre Opfer stürzen, um ihren Hunger nach Blut zu stillen. Dabei gehörten nicht nur Hunde, Katzen und andere Wirbeltiere zu ihrer bevorzugten Beute, sondern leider auch wir Menschen. Von den weltweit rund 900 verschiedenen Zecken-arten ist bei uns vor allem der Holzbock weit verbreitet. Er gehört zu jenen Ze-ckenarten, die am häufigsten Menschen befallen und auch für die Übertragung der Borreliose und FSME-Erreger verantwortlich ist.
Wie gefährlich sind Zeckenbisse tatsächlich?

Zecken sehen zwar harmlos aus, doch sie können im menschlichen Körper erheblichen Schaden anrichten. Dabei ist nicht etwa der Blutverlust das Problem, sondern es sind die Krankheiten, die sie übertragen können. Die Erreger befinden sich im Speichel der infizierten Zecke und gelangen durch den Zeckenbiss in den Körper des Wirts. In der Folge kann es dann zu einer Infektion kommen. Doch je schneller die Zecke bemerkt und entfernt wird, umso kleiner ist das Risiko, dass es tatsächlich zu einer Krankheit kommt.
Grundsätzlich unterscheidet man zwei verschiedene Krankheiten, die durch Zecken übertragen werden können. Zum einen die sogenannte FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis und zum anderen die Borreliose. Gegen Borreliose gibt es keine Impfung. Sie kann allerdings mit Antibiotika behandelt werden. Wichtig ist, dass Borreliose schon im Frühstadion erkannt wird, da es sonst zu Langzeitschäden kommen kann.
Gegen FSME gibt es zwar eine Impfung, doch wenn es trotzdem zu einer Auslösung des Virus kommt, kann sich dadurch eine Hirnhautentzündung entwickeln, an deren Folgen man im schlimmsten Fall sogar sterben kann. Ein Zeckenstich sollte man deshalb auf keinen Fall unterschätzen. Wenn man oft in freier Natur unterwegs ist und in einem Risikogebiet lebt, empfiehlt es sich, mit seinem Arzt über eine mögliche Impfung sprechen.
Kann man sich vor Zecken schützen?
Wie bei vielen Dingen gibt es auch vor Zeckenstichen keinen 100%igen Schutz. Die einfachste und wirkungsvollste Prävention besteht darin, das Risiko zu verringern. Beispielsweise, indem Sie sich möglichst nicht in hohem Gras oder im Unterholz aufhalten. Auch die richtige Kleidung kann helfen, Zeckensti-che zu vermeiden. Achten Sie darauf, dass Sie geschlossene Kleidung mit lan-gen Ärmeln und Hosen tragen. Ziehen Sie die Socken über die Hosenbeine oder tragen Sie Gummistiefel. Auch die Farbe der Kleidung kann helfen, sich vor Zecken zu schützen, da man die kleinen Blutsauger besser sieht und recht-zeitig entfernen kann. Je schwerer Sie der Zecke den Zugang zur Haub ma-chen, umso geringer ist die Chance, dass Sie gestochen werden. Und selbst-verständlich können auch spezielle Mücken- und Zeckenmittel helfen, den läs-tigen Blutsaugern ordentlich den Appetit zu verderben.

Wie entfernt man eine Zecke richtig?
Fälschlicherweise hört man immer wieder, man solle die Zeck vor dem Rausdrehen mit Speiseöl gewissermassen ersticken. Heute weiss man, weder das eine noch das andere ist richtig!
- Verwenden Sie entweder eine spezielle Zeckenzange oder eine spitz zulaufende Pinzette mit möglichst schmalen Backen.
- Greifen Sie die Zecke an der schmalen Stelle möglichst nahe an der Haut.
- Ziehen Sie die Zecke mit zunehmendem Zug gerade und ohne zu Drehen von der Haut weg, bis sie sich löst.
- Desinfizieren Sie die Wunde gründlich.
Beobachten Sie die entsprechende Körperstelle nach dem Entfernen regelmässig. Falls Sie nach ein paar Tagen Rötungen feststellen oder Sie unsicher sind, dann konsultieren Sie zur Sicherheit Ihren Arzt oder Apotheker.