Der gesunde Mund
Dank der Schulzahnpflege weiss die Mehrheit unserer Bevölkerung, wie oft man die Zähne putzen und wie man die Zahnbürste führen sollte. Doch für den lebenslangen Erhalt von gesunden Zähnen und Zahnhalteapparat braucht es mehr. Wir zeigen Ihnen auf, was alles dazu gehört.
Ein Schlagwort, das einen wahren Kern enthält: „gesund beginnt im Mund“. Die Natur macht es uns nicht einfach, unsere Zähne zu pflegen. Sie hat diese kleinen, extrem harten Wunderwerke zwar zweckmässig, aber kompliziert gestaltet. Berggipfel (Höcker) und Bergtäler (Fissuren) wechseln sich scheinbar zufällig ab. Zahnzwischenräume und Zahnfleischfurchen begrenzen die Zahnkrone, die auf ihrer Oberfläche so viele kleine Facetten besitzt, dass es selbst Zahnprofis schwer fällt, unsere Zähne zu hundert Prozent belagfrei zu halten.
Die Selbstreinigung der Zähne
Bei seiner Pflege bietet uns unser Mund jedoch Hilfe an. Selbstreinigung durch Lippen, Zunge und Speichel. Während wir essen oder sprechen, reiben Lippen und Zunge an den Glattflächen der Zähne entlang und befreien diese von kariesverursachendem Belag, auch Plaque genannt. Wenn Zähne bei Platzmangel gedreht in der Zahnreihe stehen, bilden sich Nischen und Schattenstellen, die von der Selbstreinigung nicht erreicht werden. Dies zeigt sich zuerst durch Verfärbungen und später durch Karies und Parodontitis. Schief stehende Zähne werden nicht nur der Ästhetik wegen in die Zahnreihe eingeordnet, sondern auch zur Vorbeugung vor grösseren Zahnschäden. Die zweifache Funktion des Speichels ist besonders wichtig. Das Durchfliessen der engen Zahnzwischenräume sowie der Falten unserer Schleimhäute reinigt diese mechanisch. Die zweite Schutzfunktion des Speichels ist eine chemische. Schädliche Säuren werden neutralisiert. Wenn durch die Nebenwirkung von verschiedenen Medikamenten oder auch altersbedingt die Speichelproduktion nachlässt, gehört ausreichendes Trinken zur Anregung des Speichelflusses zur gezielten Mundhygiene.
Als Ersatzlösung, Kaugummi
Wenn Sie nach einer auswärtigen Mahlzeit ihre Zähne nicht putzen können, ist ein Glas Wasser nach dem Essen Teil der täglichen Zahnpflege. Ein zuckerfreier Kaugummi ist ebenso wirksam. Er löst nicht nur die mechanische Selbstreinigung der Mundhöhle aus, auch die Kaubewegungen regen die Speichelproduktion an. Nach dem Essen von säurehaltigen Lebensmitteln wie Obst sollte man immer Wasser trinken und mit dem Zähneputzen etwa 20 Minuten warten. Sonst putzt man den durch Säure angegriffenen Schmelz regelrecht weg.

Die richtige Putztechnik und –systematik
Es gibt Menschen, die trotz drei- bis fünfmaligem Zähneputzen immer wieder Plaqueansammlungen haben. Was machen sie falsch? Sie wenden keine geeignete Systematik an, obwohl sie wissen, wie man die Zahnbürste führt. Sie putzen mal hier, mal da, aber nie konsequent die Zahnreihe von einer Seite zur anderen. Dabei geht dies ganz einfach. Die Zähne haben drei Flächen, die Sie mit Ihrer Zahnbürste erreichen können. Aussen, zur Lippe hin, innen, zur Zunge hin und auf der Kaufläche. Und nun bürsten Sie wie folgt: eine Minute lang die Aussenflächen im Oberkiefer rechts hinten beginnend, nach vorne putzend, weiter nach links hinten, dann nach unten links wechselnd, wieder nach vorne, weiter nach rechts hinten und somit sind Sie wieder an der Ausgangsposition. Diese kreisförmige Bewegung wiederholen Sie je eine Minute für die Innenfläche und die Kauflächen. Auf diese Art haben Sie dreimal je eine Minute lang alle mit der Zahnbürste erreichbaren Zahnoberflächen gebürstet. Wiederholen Sie dies zwei- bis dreimal täglich nach den Hauptmahlzeiten. Schon haben Sie die halbe Miete für eine gesunde Mundhöhle.
Zahnzwischenräume, der Problembereich
Die abendliche Reinigung der Zahnzwischenräume ist mühsam. Im jungen Gebiss stehen die Zähne eng beieinander, so dass man die Zahnseide gut führen und eine effektive Reinigung bis in die Zahnfleischfurchen erzielen kann. Wenn mit zunehmendem Alter das Zahnfleischdreieck (Papille) zwischen den Zähnen zurückgeht, sind kleine Zahnzwischenraumbürstchen, die bessere Wahl. Sie reinigen die benachbarten Zahnflächen und stärken das Zahnfleisch durch Massage.


Die richtige Zahnbürste
Bei der Frage nach der Wahl von Zahnbürste und Zahnpasta stehen nicht Marken und Typen im Vordergrund. Wichtig ist eine Bürste, mit der man individuell eine gute Reinigungswirkung erzielt. Ob diese manuell oder mittels elektrischen Zahnbürsten erreicht wird, ist dabei völlig sekundär. Zur Härtung des Zahnschmelzes sollte die Zahnpasta Fluoride enthalten und gut schmecken, um den Spass am Zähneputzen zu erhalten. Eine Munddusche erzielt keine Reinigungswirkung, da die schädliche Plaque fest auf der Zahnoberfläche klebt und durch den Wasserstrahl nicht zu entfernen ist. Auch für eine Massage des Zahnfleisches wird keine Munddusche benötigt. Die Massage-Wirkung kann man auch durch die richtige Bürsttechnik erreichen. Lediglich lose Speisereste an schwer zugänglichen Stellen können durch eine Munddusche entfernt werden.
Wichtig: Regelmässige Selbstkontrolle
Tag für Tag bemühen wir uns um gesunde Zähne. Doch wie sollen wir, ausser bei den (halb)jährlichen Kontrollen beim Zahnarzt erfahren, wie effizient die eigene Zahnpflege ist? Mit sogenannten Plaquerevelatoren erkennt man die Sauberkeit der Zähne. Diese sind beim Zahnarzt oder auch Apotheker erhältlich. Regelmässig eingesetzt, sind sie gute Motivatoren. Nicht nur auf den Zähnen lagern sich Bakterien, Viren und Pilze ab. Auch die Nischen und Falten von Schleimhäuten und Zunge bedürfen ebenso einer regelmässigen Reinigung. Für die Zunge gibt es dafür speziell geformte Zungenschaber, für die Gaumenschleimhaut reicht die Zahnbürste.