Wie «gefährlich» ist Skifahren tatsächlich? - Natürlich Gesund

Skifahren gehört zwar noch lange nicht zu den besonders risikoreichen Sportarten, doch ganz so ist dieses Freizeitvergnügen trotzdem nicht. Immerhin verletzen sich 2021 rund 60‘000 Schweizerinnen und Schweizer beim Ski- und Swowboarden. Davon verunfallten auf und neben den Skipisten ca. 4000 Menschen so schwer, dass sie nach drei Monaten noch nicht arbeiten konnten. Die Unfallstatistik zeigt aber, dass Skifahren in den vergangenen Jahr trotz allem sicherer geworden ist. Dies ist nicht zu Letzt auf die immer besser werdende Ausrüstung zurückzuführen.

Die meisten Unfälle passieren vor der Mittagspause

Die Schweizerische Beratungsstelle für Unfallverhütung rät in einem Interview speziell vor dem Mittagessen zu besonderer Vorsicht, denn zu dieser Zeit sind erfahrungsgemäss sehr viele Leute auf der Piste. Ein weiterer Grund dürfte sein, dass bei den Frühaufstehern erste Ermüdungserscheinungen auftreten und sich allmählich der Hunger bemerkbar macht. Es ist daher ratsam, lieber mal auf «die letzte Abfahrt» vor dem Mittagessen zu verzichten und etwas früher eine Pause zu machen.

Die häufigsten Skiverletzungen im Überblick

Über 80% aller Verletzungen beim Ski- und Snowboarden sind selbstverur-sacht und erfolgen durch einen Sturz. Lediglich ca. 5% der Skiunfälle ereignen sich nach einer Kollision mit anderen Skifahrern. Das zeigt deutlich, dass ein Grossteil der Stürze durch eigenes Verschulden geschehen und somit auch vermeidbar wären.

1. Verletzungen am Knie

Am häufigsten verletzen sich Skifahrer an den Knien. Etwa bei einem Drittel aller Verletzungen ist das Knie betroffen, wobei der Anteil bei den Frauen nahezu doppelt so hoch ist wie bei den Männern. Meistens handelt es sich um Verletzungen des Kreuzbands. Diese entstehen vor allem bei Stürzen oder beim Versuch, diese unbedingt zu vermeiden.

2. Verletzungen an der Schulter

Nahezu jede vierte Skiverletzung betrifft die Schulterregion. Hier liegen allerdings die Männer mit gut 30% klar voran. Bei den Frauen liegt der Wert unter 15%. Der Grund für diesen Unterschied dürfte an der deutlich rasanteren Fahrweise vieler Männer liegen. Bei diesen Stürzen kommt es daher häufig auch zu Brüchen des Schlüsselbeins oder anderer Teile des Schultergürtels.

3. Verletzungen am Oberkörper

Auch der Rumpf ist eine Stelle, die bei schwereren Stürzen oder bei einem Zusammenprall mit anderen Skifahrern häufig betroffen ist. Zu den typischen Verletzungen gehören Frakturen am Brustkorbes und an den Rippen.

4. Verletzungen an den Beinen

Der Anteil der Verletzungen an Ober- und Unterschenkel liegt zwischen ca. zehn und fünfzehn Prozent, wobei Brüche an den Oberschenkeln deutlich häufiger vorkommen. Da die Unterschenkel durch die Skischuhe wesentlich besser geschützt werden, sind Brüche an Waden- und Schienbein eher selten.

5. Verletzungen an den Handgelenken und Knöcheln

Der Anteil dieser Verletzungen liegt bei unter zehn Prozent. Beim Handgelenk kommt es neben Brüchen häufig auch zu Stauchungen oder Sehnenrissen, die durch das Abfangen von Stürzen ausgelöst werden.
Moderne Skischuhe bieten den Knöcheln zwar einen sehr guten Schutz, trotzdem lassen sich Bänder- und Sehnenrisse, aber auch Brüche nicht vollständig vermeiden.

So kann man Verletzungen wirkungsvoll vorbeugen

Das naheliegendste und wirkungsvollste Rezept ist sehr einfach: Je besser man sich vorbereitet und je aufmerksamer man fährt, umso geringer ist das Risiko eines Sturzes und somit einer Verletzung. Wichtig ist auf jeden Fall, dass man sich vorher aufwärmt und sich in aller Ruhe an die Pisten- und Schneeverhältnisse gewöhnt. Vielfach nimmt man sich zu wenig Zeit, den Körper an den Sport, an die Höhe und an die Witterungsverhältnisse zu gewöhnen. Es ist in jedem Fall ratsam, genügend Pausen einzulegen, viel zu trinken und das Tempo und den Schwierigkeitsgrad der Abfahrten langsam zu steigern.

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