Ist ein Mittagsschlaf tatsächlich gesund? - Natürlich Gesund

Die Meinungen darüber, ob ein regelmässiger Mittagsschlaf gesund ist oder nicht, gehen wie bei so vielen Dingen auseinander. Tatsache ist, dass die meisten Menschen um die Mittagszeit eine starke Müdigkeit verspüren und für eine gewisse Zeit in ein Leistungstief fallen. Gemäss Meinungen von Experten tritt dieses Phänomen nicht nur nach einem ausgiebigen Mittagessen auf, sondern auch bei Menschen, die mittags nichts oder nur sehr wenig essen. Dies lässt darauf schliessen, dass die «chronische» die Mittagsmüdigkeit vielmehr mit der menschlichen Biologie und der inneren Uhr zu tun hat.

In anderen Ländern längst gang und gäbe…

Was hierzulande vielerorts eher unüblich ist, gehört in den USA, in weiten Teilen Asiens, aber auch in den südlichen Ländern Europas, längst zum normalen Tagesablauf. Viele Menschen schwören in diesen Ländern auf die Wirkungskraft eines sogenanntes «Powernapping». Sie fühlen sich danach wieder leistungsstärker, erholt und allgemein besser «aufgelegt» . Doch damit nicht genug: Wer sich mittags regelmässig hinlegt und schläft, soll auch weniger anfällig für Infektionskrankheiten sowie Depressionen sein.

20 bis 30 Minuten sind genug

Wichtig ist, dass der kleine Energie-Schlummer nicht länger als 20 bis 30 Minuten dauert, denn nach dieser Zeit beginnt in der Regel die Tiefschlafphase. So-bald diese eingesetzt hat, tut sich der Körper nach dem Aufwachen wesentlich schwerer, wieder richtig auf Touren zu kommen. Manche Menschen fühlen sich dann sogar richtig matt und niedergeschlagen. Es empfiehlt sich daher in jedem Fall, einen Wecker zu stellen und aufzustehen, bevor man in den Tief-schlaf fällt.

Für wen macht ein Mittagsschläfchen Sinn?

Bei uns in Mitteleuropa sind es vorwiegend Senioren und Kinder, die sich ein Mittagsschläfchen gönnen. Das liegt natürlich auch daran, dass viele Berufstätige gar keine Möglichkeit für ein Powernapping haben, sei es weil sie mittags nur eine kurze Pause machen oder sie im Unternehmen nicht über die räumlichen Voraussetzungen verfügen. Grundsätzlich spricht aber nichts dagegen, dass auch Menschen mittleren Alters hin und wieder ein Nickerchen machen.

Vieles Gründe sprechen für einen Mittagsschlaf

1. Ein Mittagsschläfchen steigert die Leistungsfähigkeit

Wer mittags regelmässig Nickerchen macht, verbessert damit seine Leistungsfähigkeit. Man sagt, dass die Wirkung sogar wesentlich grösser ist, als jene von Kaffee und Tee.

2. Powernapping fördert die Kreativität

Experten gehen davon aus, dass das menschliche Gehirn nach einem kurzen Nickerchen kreativere Ideen hervorbringt. Dies liegt offensichtlich daran, dass die rechte Gehirnhälfte, die für die Kreativität zuständig ist, nach einem kurzen Schläfchen wieder viel aktiver ist.

3. Ein Nickerchen erhöht die Wachsamkeit

Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass Piloten nach einem kurzen Powernapping wesentlich aufmerksamer sind. Zu einem ähnlichen Ergebnis kommen auch Untersuchungen bei Schichtarbeitern.

4. Ein Schläfchen verbessert die Stimmung

Wer selber Kinder hat, der weiss aus eigener Erfahrung, wie sich ein Mittagsschläfchen auf die Stimmungslage der kleinen Lieblinge auswirkt. Sind die Kleinen ausgeruht, sind sie in der Regel wieder bestens gelaunt und wesentlich ausgeglichener als davor. Ganz ähnlich verhält es sich auch bei Erwachsenen, aber im Gegensatz zu Kindern tragen sie ihre schlechte Laune, wenn sie nach der Mittagspause müde sind und wieder arbeiten müssen, normalerweise nicht so nach aussen.

5. Ein Nickerchen baut Stress ab

Ein kurzes Powernapping wirkt sehr beruhigend und entspannend auf Körper, Geist und Seele. Man kann die Wirkung durchaus mit einem Kurzurlaub vergleichen. Danach ist man wieder wesentlich ausgeglichener und belastbarer.

Fazit: Betrachtet man die zahlreichen Vorteile, die ein Mittagsschläfchen laut Experten mit sich bringt, spricht eigentlich alles dafür, dass wir uns täglich 20 bis 30 Minuten Mittagsruhe gönnen. Leider ist dies hierzulande vielen arbeitstätigen Menschen auf Grund der beruflichen Umstände kaum möglich.

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