Es ist ein unvergleichliches Erlebnis, weil Fasten nichts mit einer Diät zu tun hat. Fastenerfahrene schenken sich einmal pro Jahr dieses Auftanken. Denn sie wissen, Fasten, verbunden mit Bewegung und Entspannung, ist nicht hungern und mehr als nur abnehmen. Für die noch nicht Entschlossenen unter uns stellt sich die Frage, soll ich, oder soll ich nicht? Das „ja“ braucht eine Überwindung, verspricht aber eine lohnende Erfahrung.
Was ist und bewirkt Fasten genau?
Fasten ist so alt wie die Völker der Erde. Die Fastenden erlebten damals und auch heute, durch Verzichten gewinnen wir an Lebensqualität. Gesundheitliche Risiken werden reduziert, das Immunsystem wird gestärkt und bei vielen Beschwerden kann das Fasten gar Heilung bewirken. Nach dem Fasten werden die Körpersignale Hunger und Sättigung besser wahrgenommen. Ein weiterer Pluspunkt, neue Lebens- und Essgewohnheiten werden kennengelernt. Es ist ein befreiendes Gefühl, mit dem Körper in Einklang zu sein, denn Ruhe und Gelassenheit kehrt ein. Fasten „entschlackt“ Körper, Geist und Seele. Der berühmte deutsche Arzt Dr. Otto Buchinger hat den Begriff „Entschlackung“ als Metapher geprägt. Dieser Begriff entspricht dem mit jedem Fastentag zunehmende Gefühl des Wohlbefindens. Eine ganzheitliche Wirkung auf allen drei Ebenen: die körperliche Leichtigkeit, die geistige Klarheit und die wohlgesinnte Stimmung. Das hängt damit zusammen, dass während dem Fasten viele belastende Stoffe, Gedanken und Gefühle ausgeschieden bzw. aufgelöst werden.

Die verschiedenen Fastenmethoden

Null- bzw. Wasserfasten:
Dies ist die strengste Form des Fastens. Feste Nahrung wird komplett gestrichen und durch energiefreie Getränke, wie Wasser oder Tee ersetzt. Hier bleibt die Vitamin- und Mineralstoffzufuhr komplett aus. Der Körper kann für kurze Zeit auf Reserven zurückgreifen, um den Nährstoffmangel auszugleichen. Eignet sich, wenn man eine Woche fasten möchte. Sonst können Beschwerden wie Kreislaufprobleme, Müdigkeit, Muskelkrämpfe und Kopfschmerzen auftreten. Ausserdem kommt es zu einem Abbau von Muskeleiweiss.
Modifiziertes Fasten:
Hier sind Shakes und Suppen mit einem hohen Eiweissgehalt erlaubt, um dem Abbau von Muskeleiweiss entgegen zu wirken. Das Gehirn wird so auch mit Kohlenhydraten versorgt. Leistungsfähigkeit und persönliche Wohlbefinden sind deutlich besser als beim strengen Fasten.

Heilfasten (nach der Buchinger-Methode):
Dies ist die geläufigste Fastenart. Zum Einstieg wird an sogenannten Entlastungstagen nur leichte Kost, wie Äpfel, Reis oder Naturjoghurt gegessen. Der Darm wird parallel mit abführendem Glaubersalz gereinigt. Während der Kur wird auf eine basenreiche Flüssigkeitszufuhr geachtet, nebst dem sorgfältigen Umgang mit Körper, Geist und Seele. Gemüsebrühe, Obst-/Gemüsesäfte und Kräutertees stehen auf dem Tagesplan. Zusätzlich wird viel Wasser getrunken.

Viele sind der Meinung, wenn sie fasten, dürfen sie sich mangels genügend Energie nicht bewegen. Dem ist nicht so. Die Bewegung fördert die Ausscheidung, Energie steht dafür genügend zur Verfügung. Spazieren, Velo fahren, Nordic Walking, Gymnastik im Freien und Tanzen eignet sich bestens. Das Geniessen von Massagen, Saunen, Bädern, Entspannungseinheiten und das gemütliche Dasein im Liegestuhl beleben den ganzen Menschen. Sie konzentrieren sich nur auf sich selber.
Ein anhaltender Abnehmerfolg kann nur mit einer gezielten Ernährungsumstellung und ausreichend viel Bewegung im Alltag erreicht werden.